Gemeinschaftsgüter in der Landwirtschaft und die Rolle der Regierung (22/09/2009)
Am 21. September 2009 veranstaltete die Britische Botschaft in Berlin ein Seminar zur Rolle von Gemeinschaftsgütern in der Landwirtschaft. Es war uns eine Freude, dafür Wilfrid Legg von der OECD als Referenten gewinnen zu können. Er sprach vor einem Kreis von rund 50 Personen aus Regierung, Landwirtschaft und Nichtregierungsorganisationen, dem auch Beamte des zuständigen britischen Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DEFRA) angehörten.
In seiner Präsentation Public goods from agriculture: what is the role for government policy? [engl., Powerpoint, 875 KB, neues Fenster] erläuterte Legg zunächst das Konzept der öffentlichen Güter und behandelte dann eine Reihe von Fragen, die sich hieraus für die Politik ergeben. Insbesondere ging er auf die folgenden Themen ein:
- Wo die Grenze zu ziehen ist in dem Zielkonflikt zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Bereitstellung öffentlicher Güter
- Unter welchen Umständen die Regierungen für die Bereitstellung öffentlicher Güter bezahlen oder nicht bezahlen sollten, und die Schwierigkeit, den Wert solcher Güter zu bestimmen
- Wie sich messen lässt, welchen Nutzen die Landwirtschaft für das öffentliche Wohl erbringt
- Welche anderen Instrumente der Politik neben finanzieller Unterstützung zur Verfügung stehen, um für die Bereitstellung öffentlicher Güter zu sorgen
Insgesamt sprach sich Legg für einen differenzierten Ansatz aus, bei dem Instrumente und Anreize gezielt eingesetzt werden, um bestimmte Landwirte anzusprechen und spezifische Ergebnisse zu erzielen.
Der Vortrag und die anschließende lebhafte Diskussion waren ein wertvoller Beitrag zu der aktuellen öffentlichen Debatte über den Wert der Landwirtschaft für die Allgemeinheit – ein Thema, das in der nächsten Verhandlungsrunde über die Gemeinsame Agrarpolitik der EU eine zentrale Position einnehmen dürfte.