Schüler debattieren aktuelle politische Themen auf Englisch
„Die EU verliert den Bezug zu seinen Bürgern“ war das erste Thema der deutsch-britischen Debatten zwischen Schülern der Strathearn School for Girles, Belfast, und Schülern des Schiller-Gymnasiums, Berlin, die am 14. November 2007 in der Britischen Botschaft Berlin ausgetragen wurden.
Die Befürworter dieser Auffassung warfen der EU vor, die Bürger nicht genug über ihre Aktivitäten zu informieren. Die EU führe zwar sinnvolle Projekte aus, kommuniziere diese aber nicht ausreichend. Der durchschnittliche Bürger der EU wisse nur, dass die EU eine riesige Bürokratie sei, viel Geld verschlinge und außerdem im Verdacht stehe, korrupt zu sein.
Die Gegner der o.g. These verwiesen darauf, dass sich die verschiedenen Gremien vielfältig und ausführlich im Internet und in Broschüren präsentieren würden. Der Bürger müsse sich nur informieren. Sie erkannten auch an, dass die nationalen Medien eine gewisse Macht hätten und zur negativen Berichterstattung über die EU tendieren würden, aber auch da sei der mündige Bürger gefragt, sich über die Initiativen und Programme zu informieren.
Richtig spüren könne jeder Bürger die Vorteile der EU beim ungehinderten Reisen durch die 27 Mitgliedsländer. Außerdem fördere die EU mehrere Projekte, z. B. das Erasmus-Programm, um jungen EU-Bürgern die Möglichkeit zu geben, in Nachbarstaaten zu leben und zu arbeiten.
In der abschließenden Debatte ging es darum, in wie weit Rechte und Pflichten sich gegenüber stehen. Sind die Erwartungen der Bürger gerechtfertigt und erfüllbar? Die meisten EU-Bürger wissen mehr über ihre Rechte, die sie dann auch einfordern, als über die Pflichten.
Am Ende dieser ersten Debatte stimmten 52 Mitglieder für die These, dass die EU sich von ihren Bürgern entferne, 21 stimmten dagegen und zwei enthielten sich.
Im Anschluss daran debattierten Schüler der Royal Masonic School for Girls, London, und Schüler des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums, Kyritz, das Thema " Die internationale Gemeinschaft sollte ihr Engagement in Afghanistan reduzieren", wobei die Gegner der These das Publikum und die Juri mit ihren Argumenten überzeugten.
Schüler der Berlin British School, der Bertha-von-Suttner-Oberschule, des Leibniz-Gymnasiums und des Hermann-Ehlers-Gymnasiums in Berlin, sowie des Humbold-Gymnasiums, Eichwalde, hatten während beiden Debatten Gelegenheit, sich vom Zuschauerraum aus mit zusätzlicher Information und gezielten Fragen einzubringen.